Zahnarztpraxis für ästhetische Zahnheilkunde · Implantologie
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Gesundheitsnews





Mehr Studierende der Zahnmedizin, weniger Zahnfüllungen…
Mehr Studierende der Zahnmedizin, weniger Zahnfüllungen…


KZBV-Jahrbuch mit Zahlen, Daten und Fakten zur zahnärztlichen Versorgung

Eine flächendeckende, wohnortnahe und patientenorientierte Versorgung sicherzustellen, ist die zentrale Aufgabe der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV). Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es adäquater rechtlicher Rahmenbedingungen, aber auch verlässlicher Zahlen, Daten und Fakten. Entsprechende Informationen zum Leistungs- und Versorgungsgeschehen werden in aufwändigen Verfahren erhoben, aufbereitet und die Ergebnisse in informativen Tabellen und Grafiken im Jahrbuch der KZBV veröffentlicht.

Begeisterung des Nachwuchses für zahnärztlichen Beruf ungebrochen An qualifiziertem Nachwuchs mangelt es dem Berufsstand weiter nicht: Nach einem Anstieg in 2019 erreichte die Zahl der Approbationen mit 2.463 einen neuen Höchststand. Auch die Zahl der Neuimmatrikulierten bleibt auf einem hohen Niveau: 2.250 Studierende haben sich in diesem Zeitraum an Universitäten für das Fach Zahnmedizin eingeschrieben.

Weiterer Anstieg bei Investoren-MVZ Rein zahnärztliche Medizinische Versorgungszentren unter Kontrolle von Fremdinvestoren (iMVZ) stehen seit Jahren für die Gefahr einer versorgungsschädlichen Kommerzialisierung des Gesundheitswesens. In 2019 stieg die Zahl aller MVZ im Vorjahresvergleich nochmals von 699 auf 951 – ein Anstieg um rund 36 Prozent. Nach aktuellem Stand gibt es sogar bereits 1.062 MVZ, davon sind mehr als 20 Prozent investorengetragene MVZ. Diese leisten kaum einen Beitrag zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung und lassen sich auch nicht in strukturschwachen und ländlichen Regionen nieder. Stattdessen siedeln sich iMVZ vornehmlich in Großstädten und Ballungsräumen an, also an Orten mit überdurchschnittlich einkommensstarker, jüngerer Bevölkerungsstruktur. iMVZ beteiligen sich zudem nicht nennenswert an der Versorgung vulnerabler Gruppen, insbesondere von pflegebedürftigen Menschen und Kindern. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Kompositfüllungen für Schwangere, Stillende und Kinder unter 15 Jahren Mit dem aktuellen Jahrbuch liegen erstmals Daten zu Kompositfüllungen im Seitenzahnbereich zur Versorgung von Schwangeren, Stillenden und Kindern unter 15 Jahren vor. Die Gesamtzahl entsprechend abgerechneter Füllungen belief sich in 2019 auf rund 2,231 Millionen – ein Anteil von 4,5 Prozent bezogen auf die Gesamtzahl aller Füllungen in diesem Zeitraum. Diese ist im Vorjahresvergleich um 0,8 Prozent auf 49,3 Millionen Füllungen zurückgegangen. Dies bestätigt den weiter rückläufigen Trend im Leitungsgeschehen zur Füllungstherapie – ein klares Indiz für die weitere Verbesserung der Mundgesundheit und ein sichtbarer Erfolg der großen Präventionsbemühungen der Zahnärzteschaft über Jahre hinweg.

Kostenstrukturerhebung ZäPP zur wirtschaftlichen Situation der Praxen Mit dem in 2018 gestarteten Zahnärzte-Praxis-Panel – kurz ZäPP – werden aussagekräftige, belastbare Daten über Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Entwicklung der Praxen gewonnen. Rund 3.500 Praxen haben sich an der Erhebung beteiligt, was einer Rücklaufquote von mehr als 9 Prozent entspricht. Das Jahrbuch 2020 stellt erstmals zentrale Ergebnisse der neuen Erhebung insbesondere zur Umsatz- und Kostenentwicklung der Praxen, aber auch zur Personalstruktur der Praxen oder Arbeitszeiten der Praxisinhaber vor. Daraus geht unter anderem hervor, dass Praxisinhaber etwa acht Stunden die Woche allein durch Verwaltungstätigkeiten gebunden sind. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Jahrbuch 2020 – Hintergrund und Bezugsquellen Die diesjährige Ausgabe enthält unter anderem Tabellen und Grafiken aus den Bereichen Gesetzliche Krankenversicherung, zahnärztliche Versorgung, Zahnarztzahlen sowie Praxisentwicklung und kann für 10,00 Euro zuzüglich Versandkosten auf der Website der KZBV als Print-Version bestellt werden. Die Ausgabe im pdf-Format ist dort auch kostenfrei verfügbar. Außerdem ist die Bestellung der Printverion auch per E-Mail an statistik@kzbv.de möglich.


ePA stärkt Patientensouveränität
ePA stärkt Patientensouveränität


Nie wieder suchen: Das zahnärztliche Bonusheft wird digitalisiert. Ab 2022 steht es in der ePA zur Verfügung

Seit 1. Januar 2021 sind Krankenkassen gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) anzubieten. Patientinnen und Patienten können diese Anwendung freiwillig nutzen. Damit sowohl Versicherte als auch Praxen die ePA sinnvoll nutzen können, ist eine Aufklärung über den Mehrwert der elektronischen Akte wichtig. Die vertrauensvolle Kommunikation mit Patienten kann die ePA allerdings nicht ersetzen. Darauf weist die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen hin.

Am 1. Januar 2021 ist die elektronische Patientenakte zunächst in eine Testphase gestartet. Im Sommer sollen bundesweit alle gesetzlich Versicherten die ePA nutzen können. „Wir begrüßen die elektronische Patientenakte als ein zukunftsweisendes Projekt, das einen Beitrag für eine moderne medizinische Versorgung leistet und außerdem die Patientensouveränität stärkt. Wichtig dabei ist, dass die Patientinnen und Patienten erkennen, welchen Mehrwert sie von der ePA erwarten können. Eine transparente Aufklärung über mögliche Funktionen der ePA kann bestehende Informationslücken schließen“, sagt Stephan Allroggen, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen.

Zunächst kann die ePA mit Befunden, Diagnosen und Arztbriefen befüllt werden. Ab dem Jahr 2022 lassen sich dort auch das zahnärztliche Bonusheft, der Impfausweis, der Mutterpass und das „Gelbe Heft“ für die Kinderuntersuchungen speichern. Die Datenhoheit liegt in der Hand der Patientinnen und Patienten: Sie entscheiden darüber, welche medizinischen Inhalte aufgenommen werden und wer – ggf. temporär – Zugriff auf die ePA erhält.

Es ist Aufgabe der ärztlichen und zahnärztlichen Praxen, Patientinnen und Patienten über die im Zusammenhang mit der ePA bestehenden Ansprüche zu informieren und bei der Befüllung der Akte zu unterstützen. Eine Verpflichtung zur Befüllung mit Daten besteht nur hinsichtlich des aktuellen Behandlungsfalles – eine Nacherfassung älterer bzw. fremder papiergebundener Daten ist nicht verpflichtend. Dazu merkt der Vorstand der KZV Hessen an, dass die Verwendung der ePA keinesfalls zu einem überbordenden bürokratischen und finanziellen Aufwand in den Zahnarztpraxen führen darf. Die Unterstützungsleistung kann im Einzelfall eine kritische medizinische Auseinandersetzung mit den vorliegenden Gesundheitsinformationen erfordern und einen besonderen Beratungsaufwand beim Patienten umfassen. Stephan Allroggen: „Richtigerweise kann sich die Unterstützungsleistung bei der Befüllung der ePA nur in der Übertragung von Daten aus dem Praxisverwaltungssystem und von elektronischen Arztbriefen erschöpfen. Mehr ist im eng getakteten Praxisbetrieb nicht zu leisten, da die Befüllung der Akte weder die originären Dokumentationspflichten entbehrlich macht, noch die direkte Kommunikation zwischen Zahnarzt und Patient ersetzt. Die persönliche Vertrauensbeziehung zwischen Patient und Zahnarzt bleibt auch in Zeiten einer ePA unerlässlich für eine gute Versorgung.“
 
MIO „Zahnbonusheft“
Ab 2022 soll das zahnärztliche Bonusheft in der ePA genutzt werden können. Dazu haben Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und Kassenärztliche Bundesvereinigung im Juli 2020 das „Zahnbonusheft“ als sogenanntes Medizinisches Informationsobjekt (MIO) abgestimmt. Das elektronische Bonusheft ist das erste zahnärztliche MIO. Damit ist die Voraussetzung dafür geschaffen, dass Versicherte per App Erinnerungen an Vorsorgetermine erhalten oder Praxen ihre Patienten einfacher über den Status der Vorsorge informieren können.


Unterkieferprotrusionsschiene künftig Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung
Unterkieferprotrusionsschiene künftig Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung


Einbindung zahnmedizinischer Kompetenz sichert hohe Qualität der Schienentherapie bei obstruktiver Schlafapnoe

Die Unterkieferprotrusionsschiene als Zweitlinientherapie zur Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe ist künftig Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung. Einen entsprechenden Beschluss hat der Gemeinsame Bundesauschusses heute in Berlin gefasst. Dem Beschluss gingen fachliche Beratungen unter maßgeblicher Mitwirkung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) voraus.

Als Trägerorganisation im G-BA begrüßt die KZBV die Entscheidung. Die Unterkieferprotrusionsschiene ist eine wichtige Therapieoption zur Behandlung der Volkskrankheit obstruktive Schlafapnoe, also der schlafbezogenen Atemstörung, bei der es während des Schlafs wiederholt zur Verringerung oder dem kompletten Aussetzen der Atmung durch eine Verengung des Rachenraums kommt.

Martin Hendges, stellv. Vorsitzender des Vorstands der KZBV: „Wir freuen uns sehr, dass die Versorgung mit der Unterkieferprotrusionsschiene künftig von Zahnärzten und Ärzten gemeinsam gestaltet werden kann. Dieses abgestimmte Vorgehen gewährleistet eine hohe Qualität der Versorgung.“ Auch die klare Regelung, dass nur zahntechnisch individuell angefertigte und adjustierbare Schienen die Anforderungskriterien für eine funktionierende Schienentherapie erfüllen, werde von der KZBV aufgrund der klaren Evidenzlage als folgerichtig begrüßt.

Die KZBV hatte sich im G-BA erfolgreich dafür eingesetzt, dass Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte in die Versorgungsstrecke hinsichtlich des Ausschlusses zahnmedizinischer Kontraindikationen, der Anfertigung und Anpassung der Schiene, der Schieneneingliederung sowie der Einstellung des Protrusionsgrades eingebunden werden.

Die Therapie mit einer individuell hergestellten Unterkieferprotrusionsschiene ist künftig auf Grundlage einer vertragsärztlichen Indikationsstellung als sogenannte Zweitlinientherapie für leichte, mittelgradige und schwere Schlafapnoe vorgesehen.

Nach Ausschluss zahnmedizinischer Kontraindikationen verantworten Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte die Anfertigung und Anpassung der Schiene. Diese Anpassung erfolgt in enger Abstimmung mit den verordnenden Vertragsärztinnen und Vertragsärzten. Auf Grundlage des G-BA-Beschlusses sind im Anschluss noch Beratungen zur Ausgestaltung der korrespondierenden vertragszahnärztlichen Vorgaben notwendig. Die KZBV wird sich in diesem Zusammenhang für eine stringente Beratung der zuständigen Gremien im G-BA einsetzen.

Der Beschluss des G-BA wird zunächst dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vorgelegt und tritt - im Fall einer Nichtbeanstandung - nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Hintergrund: Die Unterkieferprotrusionsschiene Die Unterkieferprotrusionsschiene besteht jeweils aus einer transparenten Schiene für den Ober- und den Unterkiefer. Beide Schienen sind durch seitlich angebrachte Stege miteinander verbunden. Dies bewirkt, dass der Unterkiefer in Position gehalten oder nach vorne gezogen und damit einer Verengung der Atemwege entgegengewirkt wird. Die Geschwindigkeit der Atemluft nimmt ab und damit das geräuschbildende Flattern der Weichteile, umgangssprachlich „Schnarchen“ genannt. Kieferbewegungen sind mit dieser Art von Schienen während der Schlafphase möglich.